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Die Delegation erfordert neben einer schriftlichen Anordnung auch eine Anleitung und Unterweisung durch einen Arzt oder einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege.

Pflegerische Tätigkeiten:

Folgende pflegerische Tätigkeiten (§ 3b GuKG) dürfen PersonenbetreuerInnen ohne Aufsicht durchführen,solange keine medizinischen Gründe vorliegen, die eine Delegation durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege notwendig machen:

ƒƒ- Unterstützung bei der oralen Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie bei der Arzneimittelaufnahme

ƒ- Unterstützung bei der Körperpflege

ƒƒ- Unterstützung beim An und Auskleiden

ƒƒ- Unterstützung bei der Benützung von Toilette oder Leibstuhl einschließlich Hilfestellung beim Wechsel von Inkontinenzprodukten

ƒƒ- Unterstützung beim Aufstehen, Niederlegen, Niedersetzen,-Gehen sowie Transfer

 

Ärztliche Tätigkeiten:

Folgende ärztliche Tätigkeiten (§15 Abs. 7 GuKG) dürfen PersonenbetreuerInnen nur nach schriftlicher ärztlicher Anordnung mit Anleitung u.Unterweisung durch eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson oder durch einen Arzt durchführen:

ƒ- Verabreichung von Arzneimitteln

ƒƒ- Anlegen von Bandagen und Verbänden

ƒƒ- Verabreichen von subkutanen Insulininjektionen und/oder subkutanen Injektionen von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln

ƒ- Blutentnahme aus der Kapillare zur    Bestimmung des Blutzuckerspiegels mittels Teststreifen

ƒ- einfache Wärme und Lichtanwendungen

 

Die Delegation pflegerischer und ärztlicher Tätigkeiten:

Unter der Delegation pflegerischer und ärztlicher Tätigkeiten versteht man die Übertragung pflegerischer bzw. ärztlicher Tätigkeiten an PersonenbetreuerInnen.

 

Dies erfordert neben einer schriftlichen Anordnung auch eine Anleitung und Unterweisung durch einen Arzt oder einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege.

 

Voraussetzungen

Im Sinne der Qualitätssicherung müssen stets folgende Voraussetzungen bei der Delegation ärztlicher und pflegerischer Tätigkeiten erfüllt sein:

Die Delegation pflegerischer und ärztlicher Tätigkeiten darf nur im Einzelfall erfolgen. Das heißt, dass PersonenbetreuerInnen die Tätigkeit nur an der Person durchführen dürfen, für die die Delegation erfolgt ist.

ƒƒPflegerische und ärztliche Tätigkeiten dürfen nur ausgeübt werden, sofern die Betreuungskraft dauernd oder zumindest regelmäßig über längere Zeiträume im Privathaushalt der zu betreuenden Person anwesend ist.

ƒƒPro Privathaushalt dürfen PersonenbetreuerInnen höchstens drei Menschen, die zueinander in einem Angehörigenverhältnis stehen, betreuen.

ƒƒEs muss eine schriftliche Einwilligung der zu betreuenden Person oder eines Angehörigen vorliegen.

Es muss eine schriftliche Anordnung hinsichtlich der Tätigkeiten von der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson bzw. dem Arzt vorliegen.

ƒƒIm Rahmen der Anleitung und Unterweisung muss ausdrücklich auf die Möglichkeit der Ablehnung der Übernahme der Tätigkeit durch die Personenbetreuerin bzw. den Personenbetreuer hingewiesen werden. 

ƒƒDie Person, die die Anleitung und Unterweisung vornimmt, muss sich vergewissern, dass die Personenbetreuerin bzw. der Personenbetreuer über die erforderlichen Fähigkeiten zur Durchführung der übertragenen Tätigkeiten verfügt.

ƒDie Delegation von pflegerischen und ärztlichenTätigkeiten ist befristet und endet spätestens mit dem jeweiligen Betreuungsverhältnis.

 

ƒDokumentationspflicht: Die Delegation pflegerischer und ärztlicher Tätigkeiten muss durch den Arzt bzw. die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson dokumentiert werden. Auch die PersonenbetreuerInnen sind verpflichtet, die Durchführung der übertragenen Tätigkeiten ausreichend und regelmäßig zu dokumentieren.

 

ƒƒInformationspflicht: PersonenbetreuerInnen müssen alle Informationen, die für die Delegation von Bedeutung sein könnten, unverzüglich der anordnenden Person bekannt geben. Das betrifft insbesondere eine Veränderung des Zustandsbildes der betreuten Person oder eine Unterbrechung der Betreuungstätigkeit.

 

ƒƒKontrollpflicht: Die Durchführung der delegierten pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten muss regelmäßig durch einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege bzw. durch einen Arzt kontrolliert werden.

   Wichtig: Selbst wenn eine Betreuungskraft eine Ausbildung zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson hat, darf sie im Rahmen ihrer Tätigkeit als   PersonenbetreuerIn die pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten nur nach einer entsprechenden Delegation durch einen Arzt oder eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson durchführen.

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